Hotel am Spichernplatz
Es riecht nach Rauch der in Textilien haftet.
Der kleine schmale Flur führt direkt in das Herzstück des Zimmers. Links ein ordentlich blütenweißes Bett an dessen Fußende ein kleiner Monitor an der Wand montiert ist. Rechts des Fernsehers das tüllbehangene Fenster zum Spichernplatz mit einem Schreibtisch davor. Bett und Schreibtisch füllen von der Tiefe und Breite her zusammen das Zimmer aus.
Auf dem Tisch steht die Minibar, ein ovales Tablett mit wohltemperierter Cola, Wasser, Warsteiner und eine kleine Flasche medium sweet red wine.
Das Einzige was temperaturtechnisch ginge ist ein Nierentritt.
Ich stelle die Blümchen in das Wasserglas. Eigentlich ganz hübsch hier, aber Koffer auspacken werde ich deswegen nicht.
Stattdessen öffne ich das Fenster und hänge meine Jacke über den Stuhl. Vorsichtig lege ich mich mit Schuhen aufs Bett. Draußen knattert die Straßenbahn. Aus dem Fenster scheint helles, weißes Licht herein. Und so liegend entdecke ich völlig unerwartet das Schöne an diesem Zimmer. Sie schimmert auch ausgeschaltet permuttig golden, ein floral anmutendes Blumenband zieht sich mit einer leichten Bewegung über die glänzende Kuppel.
Ich denke an Kitschiges von Klimt und schlafe ein.
Ein Herzchen für Deine koreanische, deutsche und Goldfischküche und für den Rest von Afra Evenaar. http://afraevenaar.wordpress.com/2011/01/14/herumfliegende-herzen/
Schöne adresse