Der Himmel ist buttergelb

2008 Mai 7
by nuesschen

Ghee, selbstgemacht ist unverzichtbar.

Auf den Geschmack von Ghee hat mich vor einigen Jahren das Buch „Die Körperseele“ von Deepak Chopra gebracht. Seither sind Ghee, Olivenöl und Meersalz die drei Säulen meiner Küche.

Warum eigentlich Ghee statt Butter oder Butterschmalz? Für mich steht fest, dass abgesehen vom süßlich frischem Gheegeschmack, den ich der der Butter bei weitem vorziehe, mit Ghee bereitete Speisen einfach bekömmlicher und intensiver im Geschmack sind. So koche, backe und streiche ich, nun seit gut 8 Jahren fast ausschließlich mit Ghee.

Obwohl in vielen Rezepten als Ausgangsstoff Süßrahmbutter genannt wird, bereite ich mein Ghee immer mit Sauerrahmbutter zu. Zum Einem weil die Gheeherstellung im Ayurvedischen schon seit Ewigkeiten dokumentiert ist, lange bevor es Süßrahmbutter überhaupt gab und zum Anderen, weil Sauerrahmbutter die Standdardbutter ist, nach der man nie lange schauen muss.

Zunächst lasse ich die Butter geduldig auf kleinster Flamme schmelzen.
Da sich der weiße Bodensatz durch die Bewegung der Hitze nicht scharfkantig vom Fett trennt, bilden sich immer wieder kleine Schlieren und weiche Hügel nach oben, was das Ganze wie eine flauschige Wolkendecke aus dem Fenster eines Fliegers betrachtet, erscheinen lässt.
Und der Himmel ist buttergelb.

Den Wolkenhimmel dann in einen zweiten Topf vorsichtig dekantieren, um das flüssige Gelb von Bodensatz sauber zu trennen. (So erspare ich mir das, in Rezepten oft beschriebene aufmerksame Danebenstehen, Aufkochen, Abschöpfen und Filtern.)

Im ersten Topf verbleiben die Milchbestandteile, aus denen ich mal Safran, mal Knoblauch, mal Algenbrösel dazugebend, caramellfarbene Nußbutter herstelle. Nebendran köchelt nun friedlich mein Ghee, es setzt sich kaum etwas am Boden ab, ich lass nur noch das Wasser verdampfen und gieße das fertige Ghee durch ein feines Teesieb in Gläser.

Das fertige Produkt erinnert mich regelmäßig an Urinproben, wobei man sich bzgl. der Farbe sicher Sorgen machen müsste. Et voilá.

  1. 2008 Mai 7

    J’aime bien tes couleurs.

    Und so ein schönes Thema.
    Kein Wunder, dass Du zu diesem lustigen Wettbewerb eingeladen wurdest …

  2. 2008 Mai 14
    pjebsen Permalink

    Interessanter Beitrag! Als Bollywood-Fan und Freund der indischen Küche ist mir Ghee schon begegnet, ich habe mich selbst aber noch nicht dran gewagt. Wahrscheinlich würde ich Süßrahmbutter nehmen, da die mir am besten schmeckt – oder merkt man bei Ghee keinen großen Unterschied?

  3. 2008 Mai 14
    nuesschen Permalink

    Ghee aus Sauerrahmbutter schmeckt viel frischer und süßer als der Ausgangsstoff ansich.
    Wenn du das Süßliche an der Süßrahmbutter magst, wirst du das auch bei diesem Ghee nicht vermissen, wahrscheinlich wird Ghee aus Süßrahmbutter noch süßlicher, das kann gut sein.
    Ich probiers mal bei Gelegenheit aus.

    Besonders interessant finde ich den deutlich kühlenden, luftigen Effekt im Mund, ähnlich wie bei der außergewöhnlichen Tonkabohnenschokolade aus dem Restaurant Nil.
    Nachgelesen stellte sich heraus, das Ghee tatsächlich bei Ekzemen und Verbrennungen kühlende Linderung verschafft. Außerdem schlau macht.

  4. 2008 Mai 16
    nuesschen Permalink

    Eigentlich ist die Mildgesäuerte ja die Standdardbutter. Macht das was?

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  1. Jakobsmuschelopfer für Louis Maillard « Mintzbonbons

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